Landesklasse

Einen Karpfen geangelt…

Landesklasse: FC Motor Zeulenroda- ZWÄTZEN 1:1 (1:0) Zuschauer 90

…und das übrigens zur genau richtigen Zeit, denn in Zeulenroda ist derzeit Kirmes und da isst man traditionell Klöße mit Karpfen. In unseren Breiten eher unüblich, aber regional natürlich eine Delikatesse und für die „Karpfenpfeiferstädter“ ein Muss.

Eine Delikatesse war die Begegnung beider Mannschaften an einem kühlen Novembersamstag sicherlich nicht, andererseits aber auch nicht ganz schlecht, ich würde mal sagen, mittleres Landesklasseniveau. Die Hausherren kamen mit der Empfehlung dreier „zu Null“- Siege am Stück besser in die Gänge. Aus einer sicheren Abwehr warteten die Liebers- Schützlinge auf Fehler ihres Kontrahenten im Mittelfeld und schnappten dann blitzartig zu. Das spielten sie dann auch richtig gut durch bis an den Strafraum, dort war aber zumeist Endstation. Eine Schlafeinlage der Bianconeri nach dem Eckball in der 26.min bringt die Hausherren in Front, den vom Pfosten abprallenden Ball versenkt D. Schmidt zum 1:0.

Wir sollten auch mal was nach vorn machen ! Das gelingt umgehend, nur 3 Minuten nach dem Führungstreffer spielt Engmann seine Cleverness im Strafraum aus und passt auf den freistehenden Printschler, der aber aus 7m den Ball nicht richtig trifft. Kurz darauf wird Engmann im Strafraum abgeräumt und ich bin mir sicher, dass so mancher Schiri hier sofort pfeift und auf den Punkt zeigt. Der heutige Unparteiische R. Meusel aber pfiff nicht und behielt diese großzügige Linie über die gesamten 90 min bei, das wiederum gefällt mir gut, denn so wissen die beteiligten Spieler auch , woran sie sind. Das war es aber auch mit der Zwätzener Angriffsherrlichkeit im ersten Durchgang, denn zu oft verlieren wir die Bälle durch technische Schwierigkeiten bei der Ballannahme, in dessen Ergebnis Zeulenroda im eigenen Stadion zu Kontern eingeladen wird.

Halbzeit, ich sehe mich mal um und entdecke ein Spielplakat aus den 50-er Jahren. Damals lud noch der Bezirksparteivorsitzende zum „Fußball- Großkampf“ ein. Das Plakat war seinerzeit noch handgemacht, braucht sich aber vor heutigen digitalen Social-Media- Produkten wahrlich nicht zu verstecken. Die gastwirtschaftliche Betreuung ist in Zeulenroda ohnehin immer erstklassig und sehr freundlich, allerdings muss man beim Verköstigen der Bratwurst die hiesigen DIN-Normen von selbiger beachten, um sich nicht mit Senf zu bekleckern, das gelang allen außer Hetzi sehr gut.

Weiter geht es, jetzt ist auch der frohgelaunte Stadionsprecher mit von der Partie. Er und alle anderen sehen ein unverändertes Bild: viel Kampf im Mittelfeld, um den Weg in die „Redzone“ frei zu bekommen. Burghardt wird hier zweimal überlaufen, das kennt man sonst ja nicht vom Gewerkschaftsführer, zum Glück brennt in unserem 16-er nichts weiter an. Die Hausherren sind ein bisschen schludrig mit ihren Möglichkeiten, ob sich das noch rächen wird…In der 75.min gelingt uns ein Bilderbuchangriff, in dessen Abschluss Chris Czimmernings den Ball zum Ausgleich einschieben müsste, was er aber nicht macht. Der Zwätzener Co- Trainer J. Sander, der selber 7 Jahre Georg Schmidtin Zeulenroda als Goalgetter spielte, sah es mit Grausen. Aber nicht nur er. Solche Dinger musst du machen ! Bekommen wir noch eine weitere Chance ? Ja ! Wie man einen hohen Ball sicher herunterpflückt und perfekt durchsteckt, das zeigte einer der Jüngsten, Pascal Meudtner. Er bedient auf links den durchstartenden Nenz, dessen messerscharfe Hereingabe bis an den langen Pfosten rauscht, wo der eingelaufene Metzger das Teil in die Maschen nagelt: 1:1 (82.min) Schmidt.

Jetzt beginnt die Schlussoffensive der Motoristen, noch gewinnen wir die Zweikämpfe rund um den Strafraum, auch weil sich der nach langer Zeit wieder mitwirkende Hentrich nach der Pause steigert und zumindest alle Kopfballduelle für sich entscheidet. Trotzdem bekommen die Hausherren zwei berechtigte Freistöße 20m vor der Kiste zugesprochen. Ihr Spezialist heißt Sengewald, und warum er Spezialist ist, sieht man auch. Der erste Versuch fliegt um Haaresbreite am Dreiangel vorbei und beim zweiten Anlauf verdanken wir der Weltklasseparade von Thaler den einen Punkt, den wir hier mitnehmen. Kurz darauf ist Schluss im Waldstadion.

Weiter geht es am kommenden Samstag. Wir empfangen an der Brückenstraße die Mannschaft der Stunde, den Tabellenführer vom SV 09 Arnstadt. Diese kommen natürlich als Favorit zu uns und wir müssen alles geben, wenn wir am Ende etwas Zählbares in Zwätzen behalten wollen. Anstoß ist 14.00 Uhr, aber vorher ist ab 12:10 Uhr bereits unsere Zweite im Einsatz. Grund genug, beizeiten auf dem Sportplatz zu sein. Der Rost brennt, und in der Kneipe vom Feinsten läuft nicht nur die Sitzheizung auf Hochtouren, also bis Samstag…