Derby mit (und ohne) Pfiff…

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Landesklasse : ZWÄTZEN- BSG Chemie Kahla 3:1 (1:1) Zuschauer 110

…vor ordentlicher Kulisse, die sicherlich noch deutlich besser gewesen wäre, wenn nicht zeitgleich in einer Stadt mit unaussprechlichem Namen das „große“ Thüringenderby stattgefunden hätte. Viele Gästefans waren dabei und unterstützten ihre Mannschaft, so soll es auch sein. Standfestigkeit bewies dabei vor allem der Fanclub „Kabeltrommel“, der zu Besuch bei den „Falken“ war und auch noch weit nach dem Spiel in Zwätzen ausharrte und den Durst bekämpfte.
Alle Zuschauer sahen ein rassiges Derby mit einigen Kulminationspunkten. Zunächst hatte mit H. Seidel ein weiterer A- Junior sein Debüt in der ersten Mannschaft. Er machte seine Sache sehr gut und zeigte, dass man mit ihm auch in der Zukunft rechnen kann. Nach 2 min ertönte der Pfiff von Schiri Bachmann nach dem Zusammenprall von Keeper Hölbig mit Nenz, der seinem Bewacher davon gelaufen war. Strauß steckte den Kopf nicht in den Sand, sondern den 11-m in die linke Ecke- 1:0 (3.min). Das war’s von den Einheimischen bis zur Halbzeit, ab jetzt spielte nur noch Kahla. Und wie, mit hohem Pressing wurden die Zwätzener in die eigene Hälfte gedrückt, Mittelfeldstratege Hort setzte seine Stürmer mehrfach glänzend in Szene. Auf der linken Seite lief M. Winkler allen Verteidigern der Hausherren immer wieder davon, seine Eingaben fanden zunächst (zum Glück) keinen Abnehmer. Bei den Schwarz-Weißen lief dagegen gar nichts mehr , im Mittelfeld wurden fast alle Bälle verloren, so dass der Ausgleich nur noch eine Frage der Zeit war. Als Harutunyan im Strafraum abgeräumt wird, ertönt der Pfiff (siehe oben) eben nicht. Irgendwie fühlte ich mich an das Stadtrodaspiel erinnert, nur eben andersrum mit Entscheidungen zu unseren Gunsten. Aber irgendwann war er dann überfällig, der Ausgleich, den in der 36.min Lustig erzielt (sorry für die falsche Stadiondurchsage, aber ich hätte schwören können, dass die Nr. 14 der Torschütze war). 1:1 (36.min). Nur ein paar Minuten später muss Thaler alles zeigen, um R. Winklers Gewaltschuss aus dem Winkel zu kratzen. Kann Zwätzen auch noch mal ? Ja, Nenz wird erneut geschickt und wieder prallt er mit dem herauseilenden Hölbig zusammen, ein hämmernder Pressschlag diesmal, dass der Ball das überlebte, war ein Wunder. Bei Nenz geht es weiter, aber Hölbig muss nach der Pause passen. In diese retten wir uns mit zwei blauen Augen und einem schmeichelhaften Untentschieden.
HALBZEIT.
Wie geht das weiter ? Können wir uns straffen? Ja, der taktische Wechsel durch Trainer Sander ( Nenz auf die 6, Schmidt hinten rechts und Chris Czimmernings rechts vorn) trägt umgehend Früchte, plötzlich steht unsere Defensive sehr solide und wirkt auch nach außen hin sicher. Und nach vorn ? Ja, da geht jetzt auch was, Engmann gewinnt den Zweikampf knapp hinter der Mittellinie und streichelt den Ball in den Lauf des (erneut) glänzend aufgelegten Chris Czimmernings, der die Ruhe bewahrt und sauber auf den langen Pfosten passt, dort ist Haupstock eingelaufen und schiebt ein, keine Chance für (Neu)-Keeper Schlönvoigt, der als Mann für alle Fälle eingesprungen ist und jetzt das Kahlaer Tor hütet. Respekt ! 2:1 (56.min). Unsere Jungs also wieder vorn. Und diesmal bleiben sie es auch, denn die Chemiker müssen ihrem Höllentempo des ersten Durchgangs Tribut zollen. So bleiben ihre Angriffe meist in der vielbeinigen Abwehr ca. 25m vor dem Gehäuse der Blanconeri hängen, Thaler muss nur selten eingreifen. Den Kahlaern läuft nun auch ein wenig die Zeit davon, die Hausherren nutzen hingegen die Chance zur Vorentscheidung in der 82.min, als erneut Haupstock der Vollstrecker einer Czimmernings- Vorlage ist, 3:1 nach Klassekombination. Das 4:1 durch Kießling verhindert der sprintstarke Schlönvoigt, das wäre aber auch des Guten wirklich zuviel gewesen. Nach dem Schlusspfiff Freude sowie Erleichterung bei uns und auch die Erkenntnis, dass taktische Umstellungen ein ganzes Spiel kippen können. Die Gäste aus der Porzellanstadt überraschten hingegen mit erfrischendem Angriffsfußball, das kannte ich bisher so noch nicht von den Blau- Gelben. Außerdem liegen Sieg oder Niederlage in dieser Liga sehr, sehr knapp nebeneinander, diese Erkenntnis ist nicht neu, Kleinigkeiten und auch das nötige Glück machen hier den Unterschied.
Deswegen erwarte ich am nächsten Samstag beim Auswärtsspiel in Silbitz eine ähnlich enge Partie zwischen zwei Mannschaften, die sich schon ewig kennen. Unsere Jungs haben es sich verdient, dass sie in das Elstertal von vielen Anhängern begleitet und dort unterstützt werden. Anstoß am 16.09.2017 ist 15:00 Uhr. Auf geht’s !